Webradio

happyradio_screenshot2-300x238Mein eigenes Webradio

Während meines Informatik-Studiums fand ich 1998 eine Möglichkeit meine eigene Radio-Station zu starten – nicht On-Air (das ist in Deutschland nicht wirklich einfach…) aber dafür im Internet!

Und das Internet ermöglichte ganz neue Möglichkeiten der Interaktivität: Unterstützt durch einen Chat setzte dieses Webradio von Anfang an auf die Community der Hörer. Hier gaben die Hörer direktes Feedback zur Musik, diskutierten zur Webseite, zum Programm, gaben neue Ideen und Impulse, machten bei Quiz-Spielen mit und konnten Musikwünsche äußern. Es gab ein automatisiertes 24-Stunden-Programm so wie viele einzelne Sendungen mit unterschiedlichen Moderatoren, Musikrichtungen und Spezialthemen. Es machte allen viel Spaß zusammen…

Die gesamte Geschichte kann auf www.happyradio.de nachgelesen werden.

Unter den verschiedenen Leuten, die zu diesem Projekt beigetragen haben (hauptsächlich indem sie Live-Shows moderiert haben), war sogar auch ein ganz prominenter Radio-Mensch: Jo Lüders, einer der frühen Radio-Pioniere des Privatradios in Deutschland.

Im letzten Stadium von HappyRadio gab es keine Moderatoren mehr sondern nur die (von mir entwickelte) Automation, die für ein 24-Stunden-Nonstop-Musik-Programm sorgte, mit der Möglichkeit Musikwünsche über die Webseite automatisch in das Programm einzustreuen. Die Zuhörer waren zwar ganz begeistert von dieser Online-Jukebox, jedoch ich dagegen nicht mehr. Mir fehlte der Live-Charakter der Live-Shows, die aber natürlich auch sehr zeitintensiv waren und auch die Mitwirkung anderer erforderte – alles unentgeldlich, alles als reines Hobby.
Auf Heise Telepolis gibt es einen Artikel über das Ende von Webradios, in dem unter anderem auch HappyRadio erwähnt wird.

Das ist alles nun bereits eine lange Zeit her. Nach HappyRadio gab es noch ein paar Versuche mit anderen Webradio-Projekten (ich wollte es irgendwie doch nie wirklich aufgeben), aber vor allem aus Zeitgründen (und auch aufgrund der Veränderungen in Sachen GEMA/GVL-Lizenzgebühren) waren diese alle sehr bald zum Scheitern verurteilt.

Doch dank Plattformen wie laut.fm ist es tatsächlich auch ohne Gebühren und großen Aufwand auch heute noch möglich, dass man zumindest immer noch einen Teil der Musik von HappyRadio hören kann. Dies bringt allerdings allerhöchstens ein bisschen nostalgische Gefühle, denn ohne die Community, die HappyRadio auszeichnete, ist es und wird es niemals wieder das Webradio sein, das es einmal war.

Der Webradio-Konsument

Natürlich habe ich aber auch ohne selbst ein Webradio zu betreiben ein großes Interesse nach wie vor in diesem Bereich, vor allem bin ich natürlich auch immer neugierig, was andere hier tun und anbieten. Es ist doch auch eine großartige Möglichkeit, dass man heute dadurch eine unglaubliche Vielfalt an Radiosendern und Musik hat, die man zudem überall hören kann, wo man Internet hat!

Neben einem Internetradioplayer mit vielen eingespeicherten Stationen habe ich sogar auch einen Webradio-Radiowecker am Bett und natürlich auch eine Webradio-App auf dem Handy, die mich auch im Auto mit Radio-Streams aus der ganzen Welt versorgt.

Vor allem höre ich hier auch immer wieder Stationen, mit denen ich etwas aus der Vergangenheit verbinde, auch, wenn sie heute doch sehr anders klingen, als damals, aber zumindest die Jingles geben mir doch noch ein bisschen Nostalgie. So z.B. bei den ehemals in München über UKW-empfangbaren Stationen 89 Hit FM oder STAR*SAT Radio, oder wenn ich mich an das Radio erinnere, das ich in Wien gehört habe (Radio 88.6), oder auf meiner ersten USA-Reise (KIIS FM).

Oder aber ich finde Musikangebote, die wesentlich besser zu meinem Geschmack und meiner jeweiligen Stimmung passen, als dies mit normalen Radiostationen oder mit Online-Musikdiensten so abgedeckt werden könnte, denn auch da sind all die vorgefertigten Playlists oder automatisierten „Radios“ extrem Mainstream-lastig. Und wenn auch mein Geschmack immer sehr auch vom Mainstream geprägt war, so merke ich hier, wie ich langsam nicht mehr mit jedem Mainstream mitgehen möchte und lieber Alternatives oder „alten Mainstream“ suche 😉

Zum Chillen mag ich z.B. sehr den Stream von munich-radio.de oder Smart Radio aus Augsburg, oder die speziellen Musikstreams des französischen Hotmix Radio (ich mag vor allem den 80er-Kanal).

Zur Versorgung mit elektronischer Musik (Dance) bediene ich mich PN EINS Dance oder dem Klassiker sunshine live.

Aber natürlich höre ich auf meinen Webradios auch die bei mir „normal“ empfangbaren Stationen, wie z.B. egoFM.

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