Zu viele Interessen

Von den meisten Menschen wird es negativ gesehen, wenn man sich für vieles unterschiedliches gleichzeitig interessiert, wenn einen irgendwie so unglaublich vieles interessiert und man sich nicht auf ein paar wenige Dinge festlegen will.

Man muss doch wissen, was man will und das kann nur eines sein. Ist das so? Wirklich?

Wenn man etwas erreichen will, dann muss man ein klares Ziel setzen, klar fokussieren und zielstrebig diesen Weg beschreiten. Geht das denn wirklich immer so? Hängt das nicht vielleicht viel mehr davon ab, was man denn erreichen will?

Wenn mein Ziel ist, dass ich z.B. möglichst viel in kurzer Zeit lerne oder sehe, dann hängt das doch auch davon ab, was ich als „viel“ betrachte. In meinem Fall ist’s nämlich mehr die „Vielfalt“.

Verkehrt ist daran sicherlich nichts. Das Problem ist eher, dass viele Menschen nicht so gestrickt sind und zum anderen, dass es hier schwerer ersichtlich ist, was es letztlich dem einzelnen, aber vor allem den anderen bringt.

Es ist für jeden viel klarer vorstellbar in unserer Arbeitswelt, die nach dem Arbeitsteilungsprinzip funktioniert, wie verschiedene Spezialisten, die sich auf ganz wenige Themen (oder gar nur eines) fokussieren und spezialisieren, ihren einzelnen Teil der Gemeinschaft beitragen können.

Aber wo passen da die hinein, die sich für alles mögliche interessieren und so vieles kennen, aber nichts davon so richtig gut können? Die sich nicht lange genug mit einer einzelnen Sache auseinander setzen können und ständig etwas neues suchen?

Natürlich gibt es die auch, sogar in recht vielen Positionen, meist den höheren 🙂 Oder z.B. für Journalisten trifft das ja auch zu. Ist also gar nichts verkehrt daran.

Schwierig ist’s nur dann, wenn es so gar nicht zum Umfeld passt oder bei diesem eben sehr auf Unverständnis stößt (was übrigens eine typische Erscheinung im Familienumfeld ist).

Und schwierig ist’s leider auch, weil einem dadurch gewisse Entscheidungen im Alltag schwerer fallen, als anderen. Aber es birgt andererseits unglaubliche Möglichkeiten, weil da, wo ständig neue Wege beschritten werden, da passieren die Innovationen. Selbst im Privatleben.

Es ist so schön, wenn man es schafft, sich selbst immer wieder zu überraschen. Ich glaube, viele kennen das ja überhaupt nicht…

Ausserdem, wie in dem sehr interessanten TED-Talk von Emilie Wapnick über „Multipotentialites“ unter anderem erwähnt, besitzen wir, die „Multipotentialites“ mit den vielen Interessen die besonderen Fähigkeiten „Idea synthesis, rapid learning and adaptability“.

Und das ist wahr und kann ich an mir selbst definitiv bestätigen. War mir vorher noch gar nie so bewusst, dass ich mich hier vielleicht von anderen unterscheide und dass andere einfach nicht gerne ständig etwas neu lernen oder analysieren und sich ständig neu anpassen wollen.

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