Hobby Musik

Musik

Ich liebe Musik!
Was wäre das Leben ohne sie?
Musik beeinflusst mich sehr, wie es mir geht und wie ich mich fühle. Und manchmal fehlt im Leben oft leider einfach nur die richtige Musik.

Ich höre dabei die unterschiedlichsten Genres, allerdings schon stark geprägt vom jeweiligen aktuellen Mainstream, da ich ja immer schon leidenschaftlicher Radiohörer war. Dazu gehören Oldies, 70er, 80er (das ist die Musik mit der aufgewachsen bin!), 90er, Pop, Rock (kein Metal), auch ein wenig HipHop, aber vor allem auch Dance, Club-Sounds und elektronische Musik. In den 90ern schwamm auch ich auf der Welle der Techno und House Musik mit (heute allerdings kann ich Techno nicht mehr viel abgewinnen, aber durchaus guter Dance- und House-Stücke). Ich mag aber auch Jazz-Musik (auch die Mainstream-Variante Smooth-Jazz), guten alten R’n’B und Soul, elektronische Chillout-Musik und Lounge-Musik. Und zu guter Letzt mag ich inzwischen auch immer mehr klassische Musik und viel Filmmusik.

In den 90ern habe ich mich außerdem ein wenig selbst als DJ versucht und ein paar Mixe aufgenommen (und auf privaten Parties aufgelegt). Das Musikproduzieren am Computer war hingegen irgendwie nie so richtig meine Sache, obwohl Freunde mit ihren Amigas da auch einiges machten (vor allem Musik zu Computerdemos).

In meiner Kindheit lernte ich ausserdem auch ein paar Instrumente, ein bisschen Klavier und Trompete. Und auch in die Singschule wurde ich schon relativ früh gesteckt. Das kam alles nicht von ungefähr, denn meine Mutter war Musiklehrerin – und leider war auch die Trompete nicht ein Instrument meiner Wahl, sondern ihrer… Und dennoch begann ich später, auch für mich selber Spaß daran zu finden. Denn glücklicherweise ergab es sich während meiner Schulzeit am Holbein Gymnasium in Augsburg, dass an dieser Schule drei Musiklehrer waren (obwohl es kein musisches Gymnasium war!), so dass einer einen Chor leitete, der andere ein Orchester und der dritte eine Big Band. Und so sang ich damals sowohl im Schulchor, als auch, dass ich in der Big Band Trompete spielte – hier entstand dadurch auch mein Bezug zur Jazz-Musik.

Während meines gesamten Studiums unternahm ich tatsächlich dann keinerlei musikalischen Aktivitäten, kein Singen, keine Trompete. Es gab lediglich die Musikprogramm-Zusammenstellung für mein Webradio und gelegentliches DJing in dem selbigen.

Singen in Chören

Der Einstieg war dann 2003 in einem gemischten kleineren studentischen Chor namens „Anglistenchor“ (heute „Unisono Chor München„), der mir vor allem durch sein buntes Repertoire und die vielen sympathischen Menschen sehr gut gefiel – es erinnerte mich sehr an meinen Schulchor, im positiven Sinne. Dann ging es 2006 für mich nach Wien und ich begab mich auch dort wieder auf die Suche nach einem ähnlichen Chor, weil ich jetzt doch erkannt hatte, wie wichtig mir das Singen in einer Chorgemeinschaft ist und wie gut es mir tut. Ich hatte Glück und fand dort dann relativ schnell, ebenfalls im universitären Umfeld, den „VetMedChor„, der ehemals von Veterinär Medizin Studenten gegründet worden war, die aber im Chor eigentlich so gut wie gar nicht mehr vertreten waren und dieser natürlich offen für alle war (und auch altersmäßig gut gemischt und nicht nur rein studentisch). Auch hier fühlte ich mich sehr wohl und erlebte eine schöne Zeit während meiner Jahre in Wien, mit vielen wunderschönen Konzerten, die mir in guter Erinnerung bleiben.

Nach meiner Rückkehr nach München in 2009 ging meine Suche nach dem richtigen Chor wieder erneut los. Die Seite singeninmünchen.de listet über 500 Chöre für die Region. Es dauerte also eine Weile, bis ich schließlich beim Chor „SentiVoces“ in Milbertshofen (Stadtteil von München) fündig wurde, wo mir Leute und Repertoire sehr zu sagten, auch wenn der Chor zur katholischen Pfarrgemeinde St. Georg gehörte, und ich seit Wien eigentlich schon lange aus der Kirche ausgetreten war. Aber dieser Chor war kein Kirchenchor, sonst hätte mir das nicht so zugesagt. Und ausserdem traf ich da sogar einige ehemalige Chorkollegen von früher vom Anglistenchor, die auch einen neuen Chor gesucht hatten, der dem alten am nächsten kam, also fühlte ich mich hier sehr schnell wohl, auch wenn mir klar war, es hatte leider nicht das Niveau, was ich davor vom Wiener Chor gewohnt war – was nicht immer leicht war.

Daher freute ich mich sehr, dass ich in 2011 vom Schwabinger Pop&Jazz-Chor „munich blue notes eine Nachricht bekam, ob ich noch Lust darauf hätte, bei ihnen mit zu singen, da ich mich in 2009 auch da „beworben“ hatte, aber jetzt erst eine Stelle im Tenor frei wurde. Und natürlich sagte ich hier nicht nein und freute mich sehr, dass mich dieses doch ziemlich anspruchsvolle größere Ensemble (ca. 20 Leute) tatsächlich nach dem Vorsingen akzeptierte und mich in ihre Gemeinschaft mit aufnahm. Neben dem höheren Niveau kennzeichnet sich dieser Chor vor allem auch durch ein sehr interessantes Repertoire mit vielen eigenen Arrangements aus. Einige Beispiele finden sich auch auf dem YouTube-Kanal der munich blue notes.

Glücklicherweise waren die Proben der beiden Chöre an unterschiedlichen Tagen, so dass ich für eine Zeit lang in beiden Chören parallel blieb, weil es mir einfach auch sehr schwer viel, den Chor und die Gemeinschaft in Milbertshofen auf einen Schlag einfach wieder zu verlassen – auch das Repertoire war sehr unterschiedlich, und diverse Musikstücke, wie Lieder für die Kirche wurden nur hier gesungen, und gelegentlich mochte ich es doch auch sehr, auch wenn ich mit der katholischen Kirche so meine Schwierigkeiten habe, aber bei der Musik bin ich ihr doch in vielerlei Hinsicht dankbar…

Durch die Mitgliedschaft der munich blue notes beim Sängerkreis München, der zum Bayerischen Sängerbund e.V. (BSB) gehört, wurde ich hier auf diverse Veranstaltungen dieser Organisationen aufmerksam, so auch auf die alljährlich in Bad Feilnbach durchgeführte „Bad Feilnbacher Chorwoche“ nach Ostern, einem 6 Tage durchgehenden Chor-Workshop-Programm, bei dem man die Gelegenheit hat in unterschiedlichen für diese Woche zusammengestellten Projektchören interessante neue Literatur unterschiedlichster Genres zu proben und am Ende der Woche aufzuführen. Das fand ich natürlich sehr spannend, weil mich ja von der musikalischen Bandbreite immer mehr interessierte, als ich mit egal welchem Chor im Alltag abdecken konnte.

Es war auch sehr interessant bei dieser Veranstaltung viele andere Chöre kennenzulernen, denn die meisten Teilnehmer sind hier ganze Gruppen aus den jeweiligen Chören (während ich allerdings leider immer alleine dort war, auch in den Folgejahren…). Gleichzeitig findet hier auch immer ein Seminar zur Chorleiterausbildung statt, und ganz besonders den Austausch mit diesen Studenten (die auch eher in meinem Alter waren) fand ich immer sehr interessant. Und natürlich ist’s auch hier so, wie bei allen anderen Gesangsvereinigungen, dass neben dem Singen natürlich auch viele feucht-fröhliche Abende dazu gehören 🙂 Der Zeitungsartikel der regionalen OVB-Zeitung beschreibt die Veranstaltung insgesamt sehr gut.

Da ich auch in den Folgejahren immer wieder nach Ostern gerne zu dieser Bad Feilnbacher Chorwache gefahren bin, kam ich dann irgendwann auf den Kontakt zum Akademischen Gesangverein AGV in München, die auch einen „Jungen Chor“ und einen „Großen Chor“ haben. Mein erster Besuch war beim Großen Chor, der wie jeder große Chor eher ausschließlich große Werke singen, die nicht unbedingt meinem Repertoire-Interesse entsprechen, aber beim viel interessanteren Jungen Chor hatte ich Bedenken, dass ich vom Alter vielleicht nicht dazu passe und viel mehr noch, dass ich den hohen Leistungsansprüchen nicht gerecht werde. Doch die Bezeichnung „Junger Chor“ hatte nichts mit dem Alter der Sängerinnen und Sänger zu tun, sondern damit, dass es die zeitlich jüngere Chorvereinigung in dieser Organisation war – das Alter der Mitsinger war sehr gemischt, allerdings doch hauptsächlich studentisch geprägt (was ich aber teilweise auch ganz schön fand). Und als ich dann tatsächlich im Jahr 2013 nach dem Vorsingen für diesen Chor im Tenor angenommen wurde, war ich sehr begeistert. Es war der Chor mit dem höchsten Anspruch, bei dem ich je war und auch das Repertoire war unglaublich interesssant, mit viel zeitgenössischer Musik, wo ich vorher nicht gedacht hatte, dass ich Gefallen daran finden würde (aber natürlich nicht an allem…).

Dieser hohe Anspruch hatte allerdings auch seine Schattenseiten.

Natürlich war es zu viel, gleichzeitig in drei Chören zu singen: Sonntags beim Jungen Chor des AGV, mittwochs bei den munich blue notes, und donnerstags bei SentiVoces in Milbertshofen. Es viel mir aber andererseits nach wie vor schwer, zu entscheiden, wer denn dran glauben musste. Letztlich war’s aber dann doch klar, dass es Senti Voces sein musste, auch wenn der Abschied nicht leicht fiel. Und so war ich dann ab Mitte 2013 „nur noch“ gleichzeitig beim AGV und den munich blue notes.

Doch der hohe Anspruch des AGV-Chores forderte noch mehr von mir: Ich begann, privaten Gesangsunterricht zu nehmen, was wirklich generell eine sehr gute Sache war. Die Gesangslehrerin Anna Veit war dabei sogar eine ehemalige Studienkollegin des Chorleiters Matthias Seitz von den munich blue notes, als auch des Chorleiters Stefan Grünfelder des Jungen Chors des AGV – sie wusste also immer ziemlich genau, wenn ihre Kollegen eigentlich von ihren Mitsängern etwas verlangten, was über die Fähigkeiten einzelner ungeübter Chorsänger (wie mir) weit hinaus ging – ganz besonders bei Stefan Grünfelder. Und es war auch so, dass sich in der Folge beim AGV-Chor immer mehr der Leistungsdruck erhöhte, während der Spaß beim Proben oft etwas auf der Strecke blieb, wie es eigentlich für eine Hobby-Chorgemeinschaft nicht der Fall sein sollte. Und so kam es, dass ich diesen Chor dann doch leider schon zwei Jahre später wieder verließ.

Aber es hatte noch einen anderen Hintergrund, dass es mir insgesamt zu viel wurde, denn in 2015 überlegten sich die munich blue notes ein ganz spezielles Programm zu machen: „Solissimo“ nannte es sich, und die Idee bestand darin, dass jeder Chorsänger ein Stück mit einem eigenen Solo auswählt. Ich bin definitiv kein Solist-Typ und natürlich auch für andere im Chor war es eine ähnliche Herausforderung, aber es war gleichzeitig auch unglaublich spannend (und es war auch sehr gut, dass ich zu diesem Zeitpunkt meinen eigenen Gesangsunterricht noch hatte!). Mein Solo-Stück, das ich für mich wählte, war übrigens „Es ist nicht immer leicht, ich zu sein“ von den Wise Guys.

Big Band

Zusätzlich zu diesem besonderen gesanglichen Anspruch wollte der Chorleiter der munich blue notes in 2015 für das Solissimo-Programm auch einige Stücke mit Instrumentenbegleitung aus den eigenen Reihen umsetzen – egal wie gut man das jeweilige Instrument beherrschen würde. Und irgendwie wussten sie, dass ich früher einmal Trompete gespielt habe, auch wenn das viele Jahre her war und ich in der Zwischenzeit – seit meiner Schulzeit – das Instrument nicht mehr angerührt hatte. Aber ich hatte es zumindest noch überhaupt bei mir, in meinem Keller. Ich ließ das Instrument in einem Musikgeschäft generalüberholen und ging damit zu dieser Chorprobe, wo wir es einfach darauf ankommen lassen wollten, wo jeder sein Instrument mitzubringen hatte und wir einfach schauen wollten, was geht. Ich hatte vorher nicht groß ausprobiert, ob ich noch in der Lage war, Töne zu produzieren, und eine noch größere Sorge hatte ich, wie ich mich denn erinnern sollte, welche Tasten ich für welche Töne zu drücken habe.

Aber dann, zu meiner eigenen großen Überraschung, ging das erstaunlich gut – natürlich fehlte der Lippenansatz, um saubere Töne zu produzieren – vor allem auf Dauer, aber was ich jeweils zu drücken hatte, kam einfach ganz automatisch wieder, als ich ein paar Noten auf einem Notenblatt vor mir sah – ganz zu meiner eigenen großen Verwunderung! Ab da war klar, ich muss üben und bin verpflichtet, beim Jahreskonzert nicht nur gesanglich, sondern auch mit der Trompete auf der Bühne zu stehen.

Aber zum Üben eines Instruments brauche ich regelmäßige Motivation – das war auch schon früher das Problem und ist auch der Grund, warum das mit dem Klavier nie so richtig etwas geworden ist. Als ich damals zur Schulzeit in der Big Band war, war das aber natürlich kein Thema. Und daher lag auch hier der Gedanke nahe, vielleicht wieder in einer Big Band zu spielen. Und vor allem auch deswegen, da ich auch schon eine kannte, bereits seit einigen Jahren: Die Big Band der English Speaking Music Ensembles e.V. (kurz ESME).

Auf einer Party ein paar Jahre zuvor lernte ich eine nette Dame kennen, die bei den English Speaking Music Ensembles im Chor sang und so kam ich mit dieser Organisation in Kontakt und hörte mir einige Konzerte an, die mich vor allem dadurch begeisterten, dass sie von einem Chor, einem Orchester und einer Big Band gestaltet wurden – also die Kombination, wie ich sie zu meiner Schulzeit geliebt und schätzen gelernt hatte. Dementsprechend ist auch das Repertoire so vielseitig, wie man das von Schulchören und -orchester kennt. Gleichzeitig sind die Leute im Schnitt auch mehr in meinem Alter, als in anderen musikalischen Gruppen, und da das soziale Miteinander hier im Vordergrund steht, darf auch eigentlich jeder mitmachen, sprich es gibt nicht den hohen Leistungsanspruch. Es ist schließlich als Anlaufstelle für fremdsprachige Menschen gedacht, die in München leben und sich gerne musikalisch betätigen wollen, ohne dabei Deutsch sprechen zu müssen – es gibt aber auch nicht wenige Deutsche, denen es Spaß macht, in dieser Vereinigung mit zu wirken (gutes Englisch ist allerdings schon Voraussetzung).

Auch der Akademische Gesangverein AGV hat diverse Orchester und auch eine Big Band, aber hier herrscht generell ein extremer Anspruch und Leistungsdruck, und natürlich war das für mich, der gerade erst wieder anfing, das Trompete-Spielen wieder neu zu erarbeiten, keine Anlaufmöglichkeit. Aber die ESME Big Band hingegen nahm mich im Februar 2015 gerne in ihren Reihen auf und ermöglichte mir auf diese Weise, durch regelmäßige Proben donnerstags, ganz automatisch wieder besser mit der Trompete zu werden. Und natürlich machte es auch unglaublich Spaß, wieder in einer Big Band zu spielen, mit all der wunderbaren Musik von Count Basie bis James Brown, von Jazz-Standards über Swing bis zu Funk und auch aktueller Pop-Musik. Möglich machen dies ein paar sehr versierte Solo-Sänger, die fest zur Big Band gehören und diese um Möglichkeiten bereichern, die viele andere Big Bands so nicht haben. Leider gibt es (im Moment noch) keine Hörbeispiele im Internet, es gibt aber einen schönen kleinen Beitrag über ESME allgemein von TV Bayern Live auf YouTube.

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